Akamai: DDoS-Angriffe mehr als verdoppelt

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Das Unternehmen veröffentlichte seinen State of the Internet Security Report für das zweite Quartal 2015. Die Zahl der DDoS-Angriffe hat sich im Vergleich zum zweiten Quartal 2014 mehr als verdoppelt; die Mega-Attacken nehmen weiter zu. Ein aggressiver, mehrwöchiger Shellshock-Angriff, der sich gegen einen einzelnen Akamai-Kunden richtete, war für 49 Prozent der Web-Applikations-Attacken im zweiten Quartal 2015 verantwortlich. Die Forscher von Akamai entdeckten 49 neue Sicherheitslücken in Plug-ins und Themen von WordPress.

Akamai Technologies (NASDAQ: AKAM), der führende Anbieter von Content-Delivery-Network (CDN)-Services, präsentiert seinen „Q2 2015 State of the Internet – Security Report“. Der Quartalsbericht enthält eine ausführliche Analyse und umfangreiche Einblicke in die weltweite Cloud-Security-Bedrohungslandschaft und steht zum Download bereit unter: www.stateoftheinternet.com/security-report.

Die DDoS-Attacken im Überblick

In den letzten drei Quartalen hat sich die Zahl der Distributed-Denial-of-Service (DDoS)-Attacken im Vergleich zu den jeweiligen Vorjahreszeiträumen jeweils verdoppelt. Während die Angreifer im zweiten Quartal 2015 weniger starke, dafür aber längere Attacken bevorzugten, steigt die Zahl der gefährlichen Mega-Angriffe weiter an. Im zweiten Quartal 2015 gab es zwölf Attacken mit mehr als 100 Gbit/s und fünf mit mehr als 50 Millionen Paketen pro Sekunde. Nur wenige Organisationen verfügen über genügend Kapazitäten, um solche Angriffe mit eigenen Mitteln abzuwehren.

Der größte beobachtete DDoS-Angriff im zweiten Quartal 2015 erreichte eine Stärke von 240 Gbit/s und dauerte mehr als 13 Stunden. Die Spitzenbandbreite wird typischerweise in einem Zeitfenster von ein bis zwei Stunden erreicht. Im zweiten Quartal 2015 war ferner eine der höchsten jemals im Prolexic Routed Network gemessenen Paketraten mit einem Wert von 214 Millionen Paketen pro Sekunde zu verzeichnen. Ein solches Angriffsvolumen kann Tier-1-Router, wie sie von Internet-Service-Providern (ISPs) verwendet werden, lahmlegen.

Die Aktivitäten bei den DDoS-Attacken erreichten im zweiten Quartal 2015 einen neuen Rekord: Sie stiegen um 132 Prozent im Vergleich zum zweiten Quartal 2014 und um sieben Prozent im Vergleich zum ersten Quartal 2015. Die durchschnittliche Spitzenbandbreite und das Volumen sind im zweiten Quartal 2015 im Vergleich zum ersten Quartal leicht angestiegen, blieben aber deutlich unter dem im zweiten Quartal 2014 erzielten Spitzenwert.

SYN und Simple Service Discovery Protocol (SSDP) waren im zweiten Quartal 2015 die häufigsten DDoS-Angriffsvektoren – jeder brachte es auf einen Anteil von etwa 16 Prozent am DDoS-Angriffsvolumen. Die Verbreitung unsicherer, mit dem Internet verbundener Geräte, die das Universal-Plug-and-Play (UPnP)-Protokoll nutzen, macht sie weiterhin zu einem attraktiven Gegenstand zur Nutzung als SSDP-Reflektoren. Während SSDP-Angriffe vor einem Jahr noch nahezu unbekannt waren, zählten sie in den letzten drei Quartalen zu den am häufigsten eingesetzten Angriffsvektoren. Bei den volumetrischen Angriffen zählen SYN Floods zu den am häufigsten eingesetzten Vektoren – dies ist schon so seit dem ersten Security Report im dritten Quartal 2011.

Die Online-Gaming-Branche ist bereits seit dem zweiten Quartal 2014 die am häufigsten angegriffene Branche, ihr Anteil liegt bei rund 35 Prozent. Die meisten der verschleierten DDoS-Angriffe stammten in den letzten beiden Quartalen aus China und gleichzeitig war China seit dem dritten Quartal 2011 immer unter den Top-Drei-Ländern.

Angriffsaktivitäten auf Web-Applikationen

Im letzten Quartal untersuchte Akamai erstmals die Angriffe auf Web-Applikationen. Diesmal wurden zwei weitere Angriffsvektoren analysiert: Shellshock und Cross-Site Scripting (XSS).

Shellshock – eine Sicherheitslücke in der Linux-Shell Bash, die erstmals im September 2014 gesichtet wurde – brachte es im zweiten Quartal dieses Jahres auf 49 Prozent aller Angriffe auf Web-Applikationen. 95 Prozent dieser Angriffe entfielen jedoch in einer aggressiven, zu Beginn des Quartals mehrere Wochen andauernden Kampagne auf einen einzelnen Akamai-Kunden aus der Finanzdienstleistungsbranche. Da Shellshock-Angriffe typischerweise über HTTPS erfolgen, verschob diese Angriffswelle die Relation zwischen HTTPS vs. HTTP. Während im ersten Quartal 2015 nur neun Prozent der Angriffe über HTTPS erfolgten, waren es im zweiten Quartal 2015 bereits 56 Prozent.

Abgesehen von Shellshock entfielen 26 Prozent aller Attacken auf SQL Injection (SQLi). Dies entspricht einem Anstieg in diesem Bereich um 75 Prozent. Im Gegensatz dazu gingen die Local-File-Inclusion (LFI)-Angriffe im gleiche Zeitraum deutlich zurück. War LFI im ersten Quartal 2015 noch der bedeutendste Angriffsvektor, entstammten im zweiten Quartal lediglich 18 Prozent alle Angriffe dieser Kategorie. Remote File Inclusion (RFI), PHP Injection (PHPi), Command Injection (CMDi), OGNL Injection auf Basis der OGNL Java Expressing Language (JAVAi) sowie Malicious-File-Upload (MFU)-Angriffe brachten es zusammen auf sieben Prozent der Web-Applikations-Attacken.

Ebenso wie im ersten Quartal 2015 zählten auch im zweiten Quartal Financial Services und der Handel zu den am häufigsten angegriffenen Branchen.

Die Bedrohungen durch Plug-ins und Themen von WordPress

Die weltweit bekannte Website- und Blogger-Plattform WordPress ist ein attraktives Ziel für Angreifer, die hunderte von Sicherheitslücken ausnutzen. Sie errichten damit Botnetze, verbreiten Malware und starten DDoS-Kampagnen.

Für Third-Party-Plug-ins gibt es kaum Sicherheits-Checks. Um die Risiken besser einschätzen zu können, hat Akamai mehr als 1.300 der beliebtesten Plug-ins und Themen getestet. Als Ergebnis wurden 25 einzelne Plug-ins und Themen ermittelt, die zumindest eine Sicherheitslücke aufwiesen. In einigen Fällen waren es sogar mehrere; dadurch ergab sich eine Zahl von insgesamt 49 Exploits. Im Report gibt es eine vollständige Liste der neuen Sicherheitslücken sowie Empfehlungen, um WordPress besser zu schützen.

(Pressemitteilung der Fa. Akamai Technologies GmbH via openpr.de)