Das Blackberry Z10 aufgebohrt

Das Blackberry Z10 aufgebohrt
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IPhone, Android – das sind die Betriebssysteme, die den mobilen Markt beherrschen. Vielleicht hört man dann noch etwas von Windows. Die anderen Systeme laufen in den Nutzerstatistiken „unter ferne liefen“. Wir haben uns einmal so einen Außenseiter angesehen: Das Blackberry Z10.

Blackberry für End-User?

Blackberry – das hatte und hat die Ausrichtung auf Firmenkunden. Zusammen mit dem Blackberry Enterprise Server bietet das System ein Mobile Device Management (MDM) mit vielen Richtlinien, insbesondere bezogen auf Sicherheitseinstellungen. Nicht zuletzt deswegen war Blackberry bei Firmen sehr beliebt.
Seit dem Wechsel auf die neue Betriebssystemgeneration Blackberry OS 10 hat der Hersteller den Anschluss an die anderen Smartphone-Hersteller zurückgewonnen, zumindest, was die Benutzerfreundlichkeit des Systems angeht. Doch eignet sich ein Blackberry-Endgerät tatsächlich für den Consumer-Bereich?

Ein Blick auf die Hardware

Das 13×6,5×0,9cm große und 136g schwere Gerät kommt mit 16 GB internem Speicher, einem 4,2 Zoll-Touchdisplay und einer 8 MP-Kamera. Der Speicher kann über MicroSD-Karte erweitert werden. Als Prozessor kommt ein Qualcomm Snapdragon S4 mit 1,5GHz zum Einsatz. 2 GB RAM sorgen für einen flüssigen Betrieb des Systems. Das Z10 verfügt über einen USB-Anschluss (2.0) zur Synchronisation mit dem PC und zum Aufladen. Über den Micro-HDMI-Anschluss bietet das Gerät zudem eine Anschlussmöglichkeit für Projektoren oder HDTV.
Der austauschbare 1800mAH-Akku soll lt. Hersteller 10 Stunden Sprechzeit (3G) ermöglichen.
Das Z10 kann LTE, WiFi auf 2,4 und 5 GHz, Bluetooth 4.0, Near-Field-Communication und natürlich GPS.

Der erste Eindruck

Nimmt man das Gerät aus der Verpackung, muss zunächst der Akku eingelegt werden. Das Gerät startet dann (den Boot-Status in Prozent erhält man übrigens, indem man einfach mit einem Finger das Touchdisplay für längere Zeit berührt). Danach führt einen der Setup-Assistent durch die einzelnen Einrichtungsschritte. Sympathisch: Blackberry kennt keine Zwangsregistrierung. Nur, wer später auch Apps auf dem Gerät installieren will (der Store dazu heißt „Blackberry World„) muss sich mit Mailadresse und einem Passwort registrieren. Was ebenso gleich geregelt werden kann: Der Zugriff auf die Standortinformationen. Blackberry bietet die Möglichkeit, die Ortung durch Apps systemweit zu verbieten.
Ein wichtiger Schritt, der ebenfalls im Setup auftaucht: Die Firmware des Endgerätes zu aktualisieren. Hierzu benötigt man einen WLAN-Zugang und (viel) Geduld, denn die Updateprozedur kann, abhängig von der Ausgangsversion der Firmware, 30 Minuten oder auch länger als eine Stunde dauern.
Die Updates sind wichtig, denn auch Blackberry ist nicht vor Sicherheitslücken gefeit.

Built-in-Features

Das Blackberry Z10 hat einige nette Features. Es fängt mit der integrierten Taschenlampen-App an. Die Sorge, dass eine Taschenlampen-App womöglich ein Trojaner ist, entfällt damit. Die Blackberry-Taschenlampe erreichen sie einfach, indem sie von der oberen Bildschirmkante nach unten wischen. Das dann erscheinende Menü bieten einen Schnellzugriff auf viele wichtige Funktionen (z. B. alle Benachrichtigungen auf „vibrieren setzen“). Tippt man das Symbol an, wird die Funktion „geswitched“ (an/aus), tippt man auf den Text, gelangt man zu dem entsprechenden Einstellungsmenü.
Der Blackberry Hub als zentrale Anlaufstelle für Benachrichtigungen ist eine übersichtliche Zusammenfassung für alle Mailkonten, Social-Media-Accounts und Apps. Man erreicht ihn, wenn man vom Startbildschirm aus nach rechts wischt.

Das Bildpasswort des Blackberry Z10: Die Ziffern werden bei jedem Aufruf neu angeordnet

Das Bildpasswort des Blackberry Z10: Die Ziffern werden bei jedem Aufruf neu angeordnet

Die intelligente Art der Tastensperre bietet das Z10 im Menü Einstellungen/Sicherheit und Datenschutz/Gerätekennwort. Sofern ein Gerätekennwort festgelegt ist, kann auch die Option „Bildkennwort“ aktiviert werden. Fortan muss man sich eine Ziffer merken, die auf einer bestimmten Position eines Bildes platziert werden muss. Guckt einem dabei jemand über die Schulter, offenbart man trotzdem nicht die Lösung dieser Sicherheitsfunktion, denn die Ziffern werden bei jedem Sperrbildschirm neu angeordnet, erfordern also eine andere Wischbewegung.

Apps für Blackberry – ein Problem?

So richtig Spaß macht ein Telefon in der heutigen Zeit erst dann, wenn man auch alle seine Wunsch-Apps darauf installieren kann. Wie oben beschrieben, hat Blackberry einen eigene App-Store. Dieser App-Store ist zwar gefüllt, reicht aber um Längen nicht an die Konkurrenz von Android oder Apple heran. Ein Ausschlusskriterium für das Z10 als Enduser-Gerät? Nein, denn Blackberry unterstützt die Ausführung von Android-Apps. Den Google-Store kann man ohne weiteres allerdings nicht anzapfen, den Amazon-Kindle-Store allerdings schon. Alle Anwendungen, deren APK-Datei zum Download irgendwo verfügbar sind, können installiert werden. Das öffnet natürlich ein Scheunentor für Android-Trojaner auf der einen Seite. Wer sich aus bekannten Quellen, wie zum Beispiel dem Amazon-Store bedient, sollte jedoch keine Sicherheitsprobleme bekommen.
Wie man den Google Play-Store doch auf einem Blackberry Z10 zum Laufen bekommt, werden wir in einem anderen Artikel behandeln.

Akkulaufzeit des Z10 erhöhen

Das Z10 wird mit einem 1800mAH-Akku ausgeliefert, der in meinem Fall knapp einen Tag hält. Mir sind schon Beschwerden von Anwendern untergekommen, dass die Laufzeit kürzer ist. Zur Verlängerung der Akkulaufzeit bei einem Z10 empfehle ich daher:

  • Aktuelle Firmware installieren
  • LTE deaktivieren (Einstellungen/Netzwerk und Verbindungen/Mobilfunknetz/Netzwerkmodus auf „3G und 2G“)
  • unter Einstellungen/Appmanager/Gerätemonitor überprüfen, welche Anwendung am Akku zerrt, ggf. diese Anwendung schließen oder deinstallieren

Erstes Fazit

Das Blackberry Z10 ist besser als sein Ruf. Einige nette Features machen das Gerät sympathisch. Die fehlenden Apps gleicht Blackberry mit der Android-Unterstützung locker aus.