onpage.org: Was taugt das SEO-Tool wirklich?

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onpage.org ist ein mit vielen Preisen versehenes SEO-Tool, das dem Webmaster bei der Onpage-Optimierung seiner Website unter die Arme greifen soll. teconaut.de hat sich einmal die kostenlose Variante angesehen mit der Frage: Was taugt dieses Suchmaschinenoptimierungstool wirklich?

Zielgruppen

onpage.org beschäftigt sich mit der Onpage-Optimierung von Websites, das heißt, Probleme, die der Webmaster selbst beseitigen kann, werden aufgezeigt. Das klingt zunächst sehr banal, denn im Internet gibt es dazu bereits viele gute Anleitungen. Die Nutzung eines kommerziellen Tools wie onpage.org zur Onpage-Seitenoptimierung kommt immer dann in Frage, wenn man große Sites mit vielen Unterseiten pflegen muss. Dies betrifft neben Webmastern insbesondere Onlineshops, Inhouse-SEOs oder Agenturen, die viele Kunden betreuen.

Onpage.org kostenlos?

In einer eingeschränkten Fassung lässt sich onpage.org auch kostenlos nutzen. Die Preise für das Tool bemessen sich nach der Skalierung: Je mehr Projekte, URLs, Keywords etc., desto teurer wird der Zugang. Los geht es mit ca. 100 Euro zzgl. MwSt. pro Monat bis zu 1.299,90 Euro für die Enterprise-Variante. Details zu den Unterschieden erläutert die Pricing-Seite.

Für diesen Artikel haben wir die kostenlose Variante getestet, bei der die Registrierung eines Projektes mit 100 Unterseiten möglich ist.

Los gehts

Die Anmeldung bei onpage.org verläuft nach dem klassischen Verfahren „Gibt mir deine Mailadresse, dann bestätigst Du einen Link und schon kommt das Passwort für den Zugang“. Die Mails, die man hierbei onpage.org erhält, klingen fast so, als würde sich ein Mitarbeiter persönlich darum kümmern, den Zugang einzurichten. Dennoch vergehen nur wenige Minuten, bis man das Zugangspasswort vorliegen hat.

Nach der ersten Anmeldung ist es erforderlich, die URL eines Projektes einzugeben. Onpage.org beginnt dann mit dem Crawlen der Seiten. Da in der kostenlosen Fassung maximal 100 Unterseiten untersucht werden, liegt das Ergebnis relativ zügig vor. Wir haben uns an einem Sonntag Abend angemeldet, der Crawl startete am nächsten Tag um 6:10 Uhr und war bereits nach 16 Minuten abgeschlossen. Damit Optimierungen auch im System anzeigt werden, sind weitere Crawlingläufe notwendig. Diese können beschleunigt werden, indem eine Seiten-Authentifizierung vorgenommen (Hochladen einer bestimmten HTML-Datei auf den Server, s. Einstellungen/Seiten-Authentifizierung).

Und das liefert onpage.org

1. Onpage-Analyse

Nach dem Crawl sieht man im Projekt-Dashboard rechts den Report über Onpage-Rankingfaktoren sowie deren Status auf der Homepage. Untergliedert ist der Report nach einfachen, mittelschweren,fortgeschrittenen und Experten-Optimierungsmöglichkeiten. Zu jedem Rankingkriterium gibt es per Mausover eine Erläuterung. Durch einen farbigen Balken wird angedeutet, wie viel Optimierungspotential noch vorhanden ist.

Onpage.org-Dashboard

Das Onpage.org-Dashboard, rechts die Übersicht mit Rankingfaktoren und Optimierungsmöglichkeiten


Die einzelnen Faktoren lassen sich dabei bis auf kleinste Detail herunterbrechen, eine Beschreibung aller Funktionen würde an dieser Stelle den Rahmen sprengen.

2. Monitoring

Im Bereich Monitoring können Keyword Rankings beobachtet werden, also die Position der eigenen Seite bezogen auf ein oder mehrere gewählte Keywords im ausgewählten Land. Daten werden nur angezeigt, wenn die eigene Seite bereits unter den TOP 100 ist (weswegen man sich vielleicht auch zunächst den Ergebnissen aus der Onpage-Analyse widmen sollte…
Im Bereich Monitoring kann außerdem die Webserverauslastung beobachtet werden, denn einerseits ist Seitenabrufgeschwindigkeit ist ein Rankingkriterium für Google, andererseits springen auch die User ab, wenn das Laden der Seite zu lange dauert.

WDF*IDF

Eine gute Erklärung, was WDF*IDF eigentlich ist, findet der Leser bei onpage.org direkt, deutlicher wird es in einem Video, das erklärt, was die Begriffe Within-Document-Frequency und inverse Dokumentenhäufigkeit mit der Formel zu tun haben:

Das WDF*IDF-Tool von onpage.org zeigt, welche Wörter oder Wortgruppen zu dem Suchbegriff gehören und auf den ersten beiden Seiten der aktuellen Google-Ergebnisse zu finden sind. Mit Keyword-Density, einer der simpelsten SEO-Maßnahmen zu Zeiten von Lycos und Altavista, hat WDF*IDF nichts zu tun. Es geht um Termgewichtung. WDF*IDF-konforme Texte kann man mit Hilfe des Textassistenten von onpage.org schreiben. Der Assistent analysiert den Textinhalt und vergleicht ihn mit den Ergebnissen der zuvor durchgeführten WDF*IDF-Analyse. Verbesserungspotentiale werden übersichtlich dargestellt.

Fazit
Der Funktionsumfang von onpage.org erschlägt einen zunächst – selbst in der kostenlosen Fassung. Die Oberfläche ist durchdacht und intuitiv. FAQs, Videos und kleine Mouseover-Texte weisen auch Anfängern den Weg in die Onpage-Optimierung. Hobby-User werden wohl bei der kostenlosen Version bleiben, für Agenturen und professionelle Websitebetreiber dürften jedoch die kostenpflichtigen Angebote sehr interessant sein.