WordPress beschleunigen mit Cachify

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WordPress generiert Websites dynamisch. Das ist ein Vorteil, wenn es um Aktualität geht, erhöht jedoch auch die Serverlast durch zahlreiche Datenbankzugriffe. Diverse Plugins versprechen Beschleunigungen durch Caches. Wir haben das kostenlose Plugin Cachify getestet.

WordPress bietet als beliebtes Blogsystem viele Vorteile: nahezu unbegrenzte Anzahl Themes (Designvorlagen) – viele davon sogar kostenlos – kostenfreie und kostenpflichtige Erweiterungen (Plugins) und natürlich einen großen Nutzerkreis, den man bei Fragen und Problemen zur Hilfe rufen kann.
Die Technik hinter WordPress, nämlich die dynamische Generierung von Websites mit Informationen aus einer Datenbank, verspricht ein dynamisches Surferlebnis, da sich die Inhalte laufend anpassen.

Ein Blick auf die Realität
Wordpress wird von kleinen und großen Unternehmen, von Privatpersonen, Parteien und Künstlern genutzt. Nicht jeder kann sich Serverhardware leisten, die die Anfragen der Websurfer in ausreichender Geschwindigkeit beantwortet. Viele setzen auf virtuelle Server, bei denen die Hardwareressourcen mit mehreren Kunden geteilt werden. Jeder Zugriff auf die Hardware verlangsamt das Abrufen der Seite und damit die Gesamtperformance. Bekannt ist außerdem, dass Google die Seitengeschwindigkeit als Rankingfaktor benutzt. Für jeden Webmaster müsste es also interessant sein, seine Seite auf Geschwindigkeit zu trimmen.

Cache as cache can
Der Vorteil der dynamischen Seitengenerierung ist auch gleichzeitig der Nachteil von WordPress: Die Datenbankzugriffe machen das System langsam. Hier setzt das kostenlose Plugin Cachify von Sergej Müller an: Das Plugin speichert einfach die von WordPress generierten Seiten als statische HTML-Datei auf der Serverfestplatte. Wird die Seite noch einmal abgerufen, wird die Anfrage nicht von der Datenbank, sondern durch die Festplatte bedient. Dies soll zu einem erheblichen Geschwindigkeitsvorteil führen (mehr dazu später im Test).

Die Installation von Cachify läuft recht einfach ab:

  • Die Plugin-Dateien müssen in die WordPress-Installation unter wp-content/plugins hochgeladen werden
  • unter wp-content muss ein Ordner „cache“ eingerichtet werden, der die Zugriffsrechte 777 hat
  • Permalinks müssen aktiviert sein (Settings/Permalinks)
  • Zur bestehenden .htaccess-Datei im WordPress-Root müssen jetzt noch folgende Zeilen hinzugefügt werden:

    # BEGINN CACHIFY

    # ENGINE ON
    RewriteEngine On

    # GZIP FILE

    RewriteCond %{REQUEST_URI} /$
    RewriteCond %{REQUEST_URI} !^/wp-admin/.*
    RewriteCond %{REQUEST_METHOD} !=POST
    RewriteCond %{QUERY_STRING} =""
    RewriteCond %{HTTP_COOKIE} !(wp-postpass|wordpress_logged_in|comment_author)_
    RewriteCond %{HTTP:Accept-Encoding} gzip
    RewriteCond %{DOCUMENT_ROOT}/wp-content/cache/cachify/%{HTTP_HOST}%{REQUEST_URI}index.html.gz -f
    RewriteRule ^(.*) /wp-content/cache/cachify/%{HTTP_HOST}%{REQUEST_URI}index.html.gz [L]

    AddType text/html .gz
    AddEncoding gzip .gz

    # HTML FILE
    RewriteCond %{REQUEST_URI} /$
    RewriteCond %{REQUEST_URI} !^/wp-admin/.*
    RewriteCond %{REQUEST_METHOD} !=POST
    RewriteCond %{QUERY_STRING} =""
    RewriteCond %{HTTP_COOKIE} !(wp-postpass|wordpress_logged_in|comment_author)_
    RewriteCond %{DOCUMENT_ROOT}/wp-content/cache/cachify/%{HTTP_HOST}%{REQUEST_URI}index.html -f
    RewriteRule ^(.*) /wp-content/cache/cachify/%{HTTP_HOST}%{REQUEST_URI}index.html [L]

    # END CACHIFY

  • Nun muss das Plugin noch aktiviert werden (Settings/Cachify)

Fertig.

Der Praxistest: Was bringt Cachify?
Zum Test haben wir das Plugin in einem leeren WordPress-Blog aktiviert und die Zugriffszeit vor- und nach der Einrichtung mit Hilfe der Seite uptrends.com gemessen. Ohne Cachify dauerte der Ladeprozess 2,25 Sekunden, nach der Installation (und Befüllung des Caches durch etwas herumklicken) nur noch 1,5 Sekunden – eine deutlich messbare Beschleunigung.

Fazit
Cachify ist ein Mittel, um WordPress-Websites zu beschleunigen. Sicher darf es nicht das einzige sein, denn viel Optimierungspotential steckt auch in den eingebundenen Javascripts (Google Adsense/Analytics) und externen Elemente (z. B. Youtube-Videos).